und alle so: Relevanz!?

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Angeblich ist die Netzsphäre derzeit nur mit einer drei Fragen beschäftigt: was ist relevant und was nicht? und: wie relevant ist real-time-internet?

Um diese Diskussion “Aussenstehenden” (damit meine ich jetzt nicht offliner, aber nicht jede/r schwimmt auf der Wave ganz oben…) näher zu bringen, sollten wir uns mit ein paar grundlegenden Gedanken dazu auseinander setzen:

1) Was heißt Relevant?

Wir bezeichen etwas als relevant, wenn es von Bedeutung für uns, für unsere Sache oder für andere ist. Bedeutung entsteht jedoch auch immernur im Kontext – also wenn Umwelt und Situation zur Information passen. Einzelne Informationen können im einen Kontext relevant sein und im anderen total unwichtig.

Im Cyberspace hängen ja unzählige (Falsch-)Informationen, diese haben für ihre/n Leser/in unterschiedlichste Relevanz. Jedem ist ja grundsätzlich selbst überlassen, welche Websites er/sie besucht und welche Themen ihn/sie besonders interessieren. Aber:

2) Wo kommt die Relevanzdiskussion her?

Die, die schon was von der Diskussion gehört haben, rufen jetzt im Chor “Wikipedia”, der Mutter aller web2.0 Anwendungen. Dort wird bisweilen immer wieder die Frage gestellt, ob ein Artikel genug Relevanz hat, um weiter das Prädikat Wikipedia zu tragen und fortzubestehen. Ich hätte gerne eine Prozentzahl zu gelöschten Artikeln im letzten Jahr mit Ausdifferenzierung der Löschgründe – denn diese Diskussion wird fast ausschließlich auf emotionaler Basis geführt, wo sie aber meines Erachtens gar nicht hingehört. Zahlen könnten möglichweise (wie so oft) Klarheit über den tatsächlichen Umstand bringen.

Wer entscheidet bei der Wikipedia ob ein Artikel relevant genug ist? Bleiben wir dem web2.0 Gedanken treu, so muss es die Grundgesamtheit der Nutzer/innen entscheiden. Allerdings wissen wir ja auch um die Beteiligungsstrukturen und um Zentrum-und-Peripherie-Modelle, die anhand der Wikipedia erst wissenschaftlich erforscht wurden. Es entscheidet das Zentrum, also eher eine elitäre Minderheit, welche Inhalte für die Masse von Relevanz wären.

3) Und worüber wird nun eigentlich diskutiert?

Ich glaube vielmehr, dass es in “dieser” Diskussion um mehrere Aspekte zugleich geht, weswegen sich die Diskussion bisweilen mühsig im Kreis dreht. Diese klassifizieren sich für mich in folgenden Kategorien:

a) Qualität ist messbar, Relevanz lässt sich jedoch nur schwer messbar machen. Ist ein Webartikel relevant aufgrund der Anzahl der Seitenaufrufe? Nein, sicher nicht. Ist ein Webinhalt qualitativ hochwertig, aufgrund seiner Seitenaufrufe, nein sicher auch nicht. Aber: Ein Inhalt kann für mich subjektiv von relevanz sein – seine Qualität unterliegt jedoch weniger den Kriterien von Subjektivität. Die Qualitätsdiskussion über Information mischt sich hier mit der Frage “Ist das Internet Fluch oder Segen der Informationsgesellschaft?”. Die Auseinandersetzung auf der Microebene “Welche Bedeutung hat das Internet für mich persönlich?” wird im großen Stil auf Makroebene verschoben: “Ist das Internet das Ende des Journalismus? das Ende der “alten” Medien?”

b) Relevanz ist das entscheidende Stichwort im Hinblick auf die Prognose des web3.0 – Semantic Web – die Semantik oder auch Bedeutungslehre soll unser Surfverhalten revolutionieren. Computer werden wissen, was wir wichtig finden, oder sollen das zumindest eines Tages. Ich denke nicht, dass die Schwelle zum web3.0 erreicht ist, ich glaube vielmehr, dass diese Diskussion ein “Schwangerschaftsanzeichen” ist. Zusätzlich gehe ich nicht von “tada, heute ist web3.0″ aus, es ist ein Entwicklungsprozess und er hat bereits begonnen.

c) Relevanz und Elitetum sind heimliche Freunde. So lehrt uns das schon Google: In Google sind die Ergebnisse relevant, die weit oben stehen. Es gibt Untersuchungen darüber, dass es tatsächlich einen ganzen Haufen Menschen gibt, die die Googleplatzierung einer Website mit ihrer Glaubwürdigkeit korrelieren. Dass es im Pagerankmechanismus auch “Bestechung” im Sinne von gekauften Platzierungen gibt, ist den meisten Internetnutzer/innen völlig fremd. Beziehen wir nochmal die aus mangelnder Relevanz gelöschten Wikiartikel in unsere Überlegungen mit ein, so entscheidet die elitäre Minderheit der Heavy-Active-Users über Wohl und Weh des kleinen Artikelschreibers. In diesem Elitetum liegt eine weitere wichtige Frage begraben: “Wie demokratisch kann ein Web sein, in dem zwar alle Menschen vernetzt sind, aber doch nur die Stimme der sog. Aktivisten zählt?” – und hier beißt sich der Hund in den Schwanz: Wer im Web zu den Aktivisten zählt, wer viele Follower auf sich vereint, wer viel zu sagen hat, wird wahrgenommen und hat damit Relevanz.

d) Die Angst der Blogosphäre im digitalen Rauschen unterzugehen. Wozu schreiben, wenn es niemand liest? Ohne Aufmerksamkeit bin ich definitiv irrelevant. Dass Blogs grundsätzlich einen schmalen Markt des Special Interest abdecken, wird dabei oft vergessen. Hier beziehe ich nun eine reflexive, persönliche Komponente mitein (die Relevanz dieses Arguments darf jede/r Leser/in selbst beurteilen). Meine Leserzahlen waren schonmal besser, Kommentiert wird in meinem Blog nach wie vor so gut wie nicht. Vielleicht schreibe ich nicht genug zu den Dingen, die für den/die Blogleser/in relevant sind. Auch hier ein Teufelskreis, also sollte ich heute mal etwas von Bedeutung schreiben. Dass dies teilweise meinen Nutzungsmotiven und Handlungsmaximen widerspricht, ist in diesem Fall dann wohl irrelevant. ;)

e) to be announced – ich bin sicher, es werden sich weitere Facetten dieser Diskussion ausführen, so dass hier weitere Kategorien hinzukommen werden.

4) Und warum diskutieren die/wir das jetzt?

Die Relevanzdiskussion ist nicht neu – sie flammt gerade neu auf. Frischen Zunder gibt es aus dem Basislager der Wikipedia, aber auch die Testphase von Google Wave und die Indizierung von Twitter in Google und Bing trägt einen Teil zur Diskussion mit der Fragestellung “the time is now – wie werden wir aktueller als aktuell?” bei. Auch hier, denke ich, zeigen sich die ersten Effekte eines herrannahenden 3.0′s – auch wenn Relevanz in diesem speziellen Fall mit Aktualität vermischt wird. Das Internet ist schon immer “Echt-Zeit” – es werden nur gerade einige Instrumente entwickelt, die diesem Umstand einen kräftigen Schub verpassen werden.

Die digitale Spaltung der Informierten und Uninformtieren wird sich nicht wegdiskutieren lassen. Ich bin jedoch davon überzeugt, dass der Anteil der Eliten am World-Wide den Fokus der Aufmerksamkeit verdient (auch wenn ich es schlimm finden kann, dass einzelne Wikiartikel in den digitalen Reißwolf wandern, für mich gibt es RELEVANTERES!). Eben diese Frage wird auch in einem heißdiskutierten Artikel in der Zeit der letzten Woche gestellt. Die Botschaft dieses Artikels wird unterschwellig in seiner Sprache deutlich: Gehörst du nicht zur Bildungselite, so hast du weder in reallive noch im web viel zu melden.

Mit der technischen Entwicklung Schritt zu halten und alle Trends und Tricks zu kennen, wird nur denjenigen möglich sein, die die Chancen des Internets in vollem Umfang nutzen können. Gerade erst haben wir angefangen 2.0 zu feiern und allen einen Facebookaccount zu verpassen. WYSIWYG ermöglicht dem Programmierunkundigen seine Website zu bauen – doch die Elite ist schon einen Schritt weiter und sticht mit SEO und Net(in)neutrality am kleinen Nutzer vorbei.

Liebe Elite, warum ist es euch so wichtig die kleinen hinter euch zu lassen? Warum ist es so wichtig alleinig relevant zu sein?

Ich wünsche mir eine Pluralität der Angebote, eine Pluralität der Nutzer und wünsche mir auch selbst entscheiden zu dürfen, was relevant ist und was nicht.

reizüberflutung

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armes blog, hab ich dich schon so lang vernachlässigt… erst faschingsurlaub und dann wieder in die vollen – da blieb für dich nix über… aber: morgen sind wieder gautinger internettage und ich hoffe doch, dass ich danach was zu bloggen hab! (abgesehen davon hab ich eh noch n paar thoughts in mind…)

Blog-Tweet: “war heute das erste (und hoffentlich letzte) mal suhsi essen.”

der filttr zickt ganz schön – so nett er is, der server packts nicht mehr so wirklich. wobei… der twitter war heut auch zwischenzeitlich down :(

wen ich aber zwischenzeitlich lieben gelernt hab ist der last.fm – noch bin ich zwar nicht registriert (es fehlt das post-it “was bringt mir eine registrierung”!) aber die radios taugen mir sehr. hab ne nette musikreise durch 60s, 70s, und 80s gemacht :)

zum blip.fm wurd ich jetzt schon zweimal eingeladen – aber ich hatte noch keine zeit/nerv mich damit zu beschäftigen. und ich muss sagen auf anhieb hab ich den mehrwert noch so nicht gesehen… und “join – it’s free” reicht mir als argument nicht und ich bin zu faul das video anzukucken.

in nem bericht heute das erste mal von digital natives gehört. bezeichnet die generation, die im internet aufgewachsen ist – ich fürchte ich bin eher n schwellenkandidat, aber irgendwie genieße ich auch auf vergangenheit mit visual-basic programmierten bananenwerfenden affen zurückschauen zu können – da war mal noch gar nix geflashed und schon gar nichts “serious game” – was hat der Lobo gemeint? wie ne Party mit alkoholfreiem Bier?

ich glaube vielmehr, dass auch Killerspiele (pfui) durchaus was von serious games haben können. Zudem wieder was ausm Fernsehen gelernt: “Killerspiele” ist eigentlich nur eine schlecht angelehnte Übersetzung von Egoshooter. Hab das halbe letzte Wochenende mit der Playstation 2(!) verbacht und in Odin’s Sphere auch nur Monster umgemetzelt . Dabei habe ich meinen Charakter – und mich auch – um viele Levels weiterentwickelt (dabei auch so viele virtuelle äpfel gegessen, dass es mich für mein ganzes letztes jahr entschädigt – an apple a day…) Es würde zu weit führen drüber zu philosophieren was man alles in 43h savegame (und noch anderen 40h 50h 60h 70h…sonstwie savegames) lernt – auf jeden fall aber am Ball zu bleiben, schneller und geschickter mit den daumen zu werden – da komme ich gleich wieder zum nächsten: jamlegend – ich mein, guitarhero in lieblingsbesetzung (lead in hard für mich, soni am bass und max am schlagzeug) ist schon prima – aber ne webfassung und der beatmodus beweisen, dass sich, troz 10 Jahren nicht am Piano, Klavierunterrichtsstunden in der Pubertät doch bezahlt machen.

so – genügend themen für heute – damit dürfte sich der title dieses posts auch selbsterklärt haben ;)

ps: falls es einem in wikipedia mal flutet: bilde die begriffe einfach wie ein gehirn ab!

news summ up

1 Kommentar

Studie über die Bekanntheit von web 2.0 (Deutschland, Großbritannien, Frankreich)

gefunden über: Rt @AntiLobo: RT Web 2.0 hat noch nicht die Massen aktiviert (heise) http://tinyurl.com/az4sss

My Comment: Yeah, ich gehöre zu 3% der Deutschen, die bloggen :)
und: für weniger web2.0-Kundige: RT heißt ReTweet, beudetet, dass ich einen Tweet (also eine Message/Blogeintrag/Posting bei Twitter) wiederhole und auf diese Weise an meine Follower weiterverbreite

News gestern:

Journalisten zitieren Wikipedia

gefunden über: ja, natürlich auch einen Twitternden @jaxxo

MyComment: Ich danke “Anonym” für dieses geniale Happening – Wilhelm ist auch wirklich schön ausgesucht worden (Serientipp: “Die Deutschen  – Wilhelm und die Welt“)

Schäubles Website wurde mal wieder gehacked.

gefunden: Gestern im Twitter – auch in dem Fall ein RT, steht heute in TAZ.de

Die News von vorgestern krieg ich schon wieder nicht mehr zusammen, beginne aber auch so langsam über Twitter-Addiction zu reflektieren. Heute gibts eh n offline-abend, weil ich mir jetzt dann The International anschaun werde :) Irgendwie schade, dann werden wohl die 5 Seiten Tweets, die heut noch nicht von mir angekuckt wurden wohl ungekuckt bleiben, denn nachm Kino wirds weitere 5 Seiten geben…

Filltr hilft mir ehrlich gesagt wenig beim aussortieren – was ich aber sehr nice finde ist das bessere nachvollziehenkönnen von @replies zum einen durch den Knopf “Enhanced Replies” – bei dem der ganze Twitter nach @trizblog durchforstet wird und nicht nur  wie auf Twitter.com nur die Tweets die mit @trizblog beginnen – zum anderen durch die Brechung in der Timeline um den Tweet auf den es sich bezieht zu ergänzen und den nichtzuvergessen den Knopf “ReTweet this”

Soweit so gut, ich muss jetzt los ins Kino!

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