6. Januar 2009, 01:39
Eigentlich wollte ich heute eine Tageszeitung käuflich am Kiosk, der Tanke wo auch immer – reallive – erwerben, aber ich habs vergessen. Ich weiß, morgen ist Feiertag, da hätte ich nochmal ne Chance auf die Ausgabe vom 5.Januar aber ich mag bei den derzeitigen Temperaturen nicht gern rumlatschen und eigentlich interssiert mich an der ganzen Zeitung nur eine Glosse, die ich im Onlineangebot der Lokalzeitung aber nicht finden kann.
Das Angebot an sich find ich schon Hölle kompliziert, die Community überfordert mich hingegegen totalst – es gibt nicht mal ne Suche in der 285 Mitglieder langen Liste, aber ganze 11 Blogbeiträge – der NEUSTE von VOR WEIHNACHTEN. Lustigerweise ist einer von der FHKöln (Grüße an dieser Stelle, ich bin schon sehr auf meinen baldigen Ausflug gespannt!)
Es gibt n ePaper, gedruckte Ausgabe als pdf, kostenpflichtiger Abospaß, aber es gibt n Probeabo der letzten 6 Ausgaben, das ich angeblich kostenlos nutzen kann. Es ist aber gar nicht kostenlos, es will n Haufen Daten von mir bei denen ich Datenschutzrechtlich sagen muss: überflüssig
Lustig finde ich den Schlussatz:
Der Endpreis beinhaltet die MwSt. und alle anderen Preisbestandteile. Versandkosten fallen keine an.
Das find ich ja super, dass ich bei ner Onlineausgabe keine Vesandkosten zahlen muss.
Es ist völlig irrelevant komplette Postanschrift und Telefonnummer abzurufen, wo ich doch nur online lesen will. Aber die überflüssige Datensammelei begegnet einem ja ständig (nochmal grüße, aber an dieser stelle weniger schmeichelhaft… an die therme erding) und man/frau kann wenig tun, vor allem online zwingen einen ja die lästigen Pflichtfelder ohne deren Ausfüllen (ganz ekelhaft auf syntax gecheckt) ein Abschicken nicht möglich ist.
Ich tue aber was ich kann – grade online, wo das Spiel mit den virtuellen Identitäten zum guten Ton gehört. Leider ist es, wenn man nicht sauber dokumentiert, gar nicht so leicht seine virtuellen Ichs beinander (und auch auseinander) zu halten… deswegen benutzte ich zuweilen Idenitäten, deren Hardfacts ich mir einigermaßen merken kann. Folge meiner Tagesschausucht ist wohl, dass ich in unsere Bundeskanzlerin schlüpfe. (kann ich mir merkeln, haha…)
Angi hat das mit dem Internet ziemlich drauf, da arbeitet vermutlich n ganzer Stab (falls ihr Personal braucht sagt bescheid, das fänd ich nen abgefahrenen Job!) Besonders hervorzuheben: Ihr Facebookaccount. Beim stöbern durch die 5 Millionen Treffer bei Google sind fast nur “saubere” Links dabei, wobei ich ganz sicher bin, dass ihre Idenität nicht nur von mir benutzt wird… bester Beweis ist wohl das Twitterergebnis auf der Suche nach ihr: 3 Accounts der einzige der nicht protected ist wurde sofort von mir gefollowed – viel zu witzig
Ihre Adresse Unter den Linden hab ich ja letzten Sommer persönlich zumindest von aussen gesehen und ihre Telefonnummer klau ich aus dem Impressum von bundeskanzlerin.de. Als eMail nutz ich trash-mail.com. Ich frage mich ob das was ich tue illegal ist, aber ich kanns mir nicht vorstellen, es nicht glauben… Freistaat! Demokratie! Verfassung! – ich bin Volk! ich habe Rechte! und ich hab keinen Bock, dass Unternehmen von denen ich was will mich so ausspähen.
Weil ich mir auf ihren Namen ein ePaper Probeabo bestellt habe werd ich doch nicht zu nem Bußgeld oder schlimmer noch verurteilt! Es ist nichts passiert – schlimmstenfalls muss eine Sekretärin im Kanzlerinnenamt telefonisch sich was ausdenken, wenn die Zeitung anruft um ihr was langfristiges aufzuschwatzen… Damit ich mich besser fühle schau ich schnell bei Wikipedia vorbei:
Die Meinungsfreiheit ist ein Menschenrecht und wird in einer Verfassung als ein gegen die Staatsgewalt gerichtetes Grundrecht garantiert, um zu verhindern, dass die öffentliche Meinungsbildung und die damit verbundene Auseinandersetzung mit Regierung und Gesetzgebung beeinträchtigt oder gar verboten wird. In engem Zusammenhang mit der Meinungsfreiheit sichert die Informationsfreiheit den Zugang zu wichtigen Informationen, ohne die eine kritische Meinungsbildung gar nicht möglich wäre; das Verbot der Zensur verhindert die Meinungs- und Informationskontrolle durch staatliche Stellen.
Ich würde eigentlich über meinen “passiven Widerstand” hinausgehen, aber wie früher schonmal gestated – ich denke es ist noch nicht abzusehen was diese Datenflut vielleicht für eine Sinflut wird und ohne Druckmittel hört dir ja (angeblich) heutzutage keiner mehr zu. Wenn ich nicht chronisch knapp bei Kasse wäre würde ich mir doch zumindest diesen ultra geilen STOP-RFID! Button

STOP RFID
bestellen, (Leuchtet wenn du neben nem Schnüffelchiplesegerät stehst)
oder aber ein Andenken – eine Plastik sozusagen meines virtuellen DatenSCHUTZidenitätsphishingopfer
“Die Puppe besitzt Schlafaugen – schließlich müssen auch Bundeskanzlerinnen einmal Pause machen”
So, ich werd auch wieder Pause machen – irgendwie will ja der verdrehte Schlafrhytmus wieder zur alten Form zurück… aber… eigentlich… heut nacht schon??…. morgen ist doch noch feiertag…
Farmville – (m)eine Rezension
6. März 2010, 17:59
Triz ein paar websites, webcomment facebook, farmville, Onlinespiel Hinterlasse einen Kommentar
Was hat es also auf sich mit der beliebtesten Anwendung von Facebook? Farmville ist ein Browsergame – es läuft also im Internet statt wie sonst Spiele auf CD. Spiele die 2010 auf CD/DVD erscheinen, haben eine qualitativ hochwertige, anspruchsvoll tolle Graphik und sind meistens sehr realistisch. Farmville ist da weit davon entfernt – es erinnert an Spiele der 1990er Jahre. Wie der Name schon suggeriert, geht es im Spiel ums Farmen – also ein (virtuelles) Land bestellen. Es zählt zu den Echtzeitsimulationsspielen, wobei die Zeit in der Früchte, Felder und Bäume wachsen mit Reallive wenig gemeinsam haben. Beispiel: Erd- und Blaubeeren sind bereits nach 4h erntereif – kommst du nicht wieder rechtzeitig auf deinem Hof vorbei, verwelken die Pflanzen und du verlierst den Ertrag. Oh Nein! – denn hier kommt eine wichtige Komponente hinzu: Geld in zweierlei Währung. FarmvilleCoins und FarmvilleDollars die man als Investition in Haus, Hof und Garten braucht. Man könnte echten Cash gegen sie tauschen, aber ich habe noch keinen Cent ausgegeben und das hat mehrere Gründe:
Ich spiele nun knapp 2 Wochen und bin mittlerweile bereits Level 23 mit einem 3mal erweiterten Grundstück und zahlreichen, nett eingerichteten Plätzen, n Haufen Viecher und ein paar Bäume. Ich hab es also auch auf ehrlichem Wege verdient mir (m)eine (virtuelle sowie fiktive) Zukunft aufzubauen – mehr Geld hätte meinen Fortschritt vermutlich noch weiter gepushed, allerdings war es so schon relativ anstregend mehrmals täglich “nach dem Rechten” zu sehen und pünktlich zur Stelle zu sein, wenn ich ernten und durch neusäen weitere Erfahrungspunkte sammeln muss.
Weitere wichtige Rolle spielen die Nachbarn deiner Farm – Facebookfreunde, die ebenfalls spielen und in virtueller Erde nach Benefits graben. Ohne sie kriegst du deine Country-Kitsch-Collection nicht voll, hast keinen Regenbogen am Ende des St. Patricks Day Topfs und keine gedüngten riesen Früchte/Blumen/Gemüse. Du brauchst sie, wenn du nicht echtes Geld gegen Farmdollars tauschen willst, um deinen Pferdestall zusammenzubauen… aber eine dreckige Farmerhand wäscht die andere und so klickt man selber auch fleißig mit, um sie in ihrem großen Farmertraum zu unterstützen.
Spielen kann man direkt “im Facebook” oder über die Website von farmville.com – egal wo man es versucht, die Ladezeit ist grottig, der Browser zerbröselt (“Keine Rückmeldung”saussetzer, andere Tabs sind währenddessen undenkbar) und dein ganzer Rechner scheint Schwierigkeiten zu kriegen, falls du den Vollbildmodus versuchen willst. Farmville ist beta und damit Entwicklungsunfertig, was an vielen Stellen deutlich zu sehen ist. Geschenke gehen manchmal im luftleeren virtuellen Raum verloren – denn sie sind nicht direkt im Flashgame sondern als Facebookrequests eng mit Timelines verbunden, die das Rumklicken weiter steigern und die Ladezeiten abschießen. Meine 17 Nachbarn tatsächlich alle auf ihrer Farm zu besuchen dauert gefühlte 2,5 Stunden und soviel Zeit habe ich nicht.
Nichtsdestotrotz ist mir meine kleine Farm schon richtig ans Herz gewachsen und der Wettbewerb mit Freunden, Specialgegenstände und den Spaß am kreativen Austoben empfinde ich als anregende Freizeitbeschäftigung – und es bleibt aber ein weinendes Auge, dass ich wahrscheinlich aus dem Spiel rausgewachsen sein werde, wenn es in den Alpha geht.
Würde ich wirklich mein Leben ab morgen als Bäuerin bestreiten müssen, wäre ich heillos überfordert – wichtig auf meiner Farm war mir zwar der “Praxisbezug” – den häßlichen Telefonkabelmasten hab ich nur gekauft um mir meinen DSL Anschluss zu sichern – aber als Pixelmädchen mit dem virtuellen Traktor rumzufahren, kann ich mir dann doch nicht vorstellen. Trotzdem schmeckt eine Überdosis Farmville nach Realitätsverlust – meine heile, kleine virtuelle Welt: mein Hof, mein Haus, mein Goldtopf.
70 Level scheint es zu geben – gesetzt den Fall, dass ich mich ähnlich weiterentwickle, wie in den letzten 2 Wochen losgeflogen bin, kann ich es noch vor meinem Geburtstag schaffen “es durchzuspielen” – doch wenn ich an die Stunden denke, die ich da sitzen, warten und dann klicken muss, gruselt es mir die Zeit so derartig zu verplempern und es reift die Idee lieber einen echten Balkonkasten für den Frühling zu pflanzen und die Tage und Realzeit wieder zu genießen. Auf meiner Farm ist es nie abends, morgens, nachts – es regnet nie und es scheint nie die Sonne (und es würde niemals so wie in RL im März nochmal Schnee geben! BAH!) – es kommen zwar Nachbarn vorbei und lassen Dünger da – aber reden tun wir deswegen noch nicht miteinander – eigentlich schade.
Durch die enge Verflechtung mit dem Facebookprofil kann ich gut nachvollziehen, dass Farmville “love it or hate it” Effekte auslöst – für nicht Spieler sind die vielen Pinwandposts Spam in der Neuigkeitenliste. Bevor ich selbst angefangen hatte zu spielen, hatte ich den ganzen Kram geblockt und nichts mehr davon mitgekriegt, so dass ich Flamegruppen a la “Schick mir noch eine Farmvilleeinladung und ich fackel deine Farm ab” für deplaziert und etwas übertrieben halte. Aber es gibt da ganz andere Gruppen, für die deplaziert und etwas übertrieben noch schmeichelhaft wäre.
Abschließend denk ich: Nachdem ich schon nicht WoW, SecondLife oder ähnliches ernsthaft mitbetreibe ist es okay landschaftsarchitektonischen Spinnereien nachzuhängen und mich an bunten Pixeln zu erfreun. Wer es wirklich verstehen will, sollte es selbst versuchen, vielleicht werden wir ja Neighbors…