Wettertechnisch kann man das weniger sagen: nachdem letzte Woche der heißeste Tag des Jahres angeblich schon war (35° in München) isses zur zeit sommerlich, aber nicht unerträglich.
Unerträglich heiß – das ist mein Laptop.
Dieser Blogeintrag heute ist meinen vielen techikscheuen Mädchen gewidmet – always keep asking!
Was muss man tun, wenn sein Laptop zu heiß und dessen Lüfter zu laut ist?
Schnelle Antwort: Die Hotline anrufen
aber: wer will schon den schnellen Weg gehen? Erstmal schaun was wir selbst tun können:
Step 1:
Der Lüfter wird deswegen laut, weil er soviel arbeiten muss. Wenn das Notebook aufm Sofa liegt, dann wirds für den kleinen Lüfter ganz schön viel – also: Für Luftaustausch sorgen! Es kann helfen, ein, zwei (derzeit bei mir sechs) Bücher unterzulegen – links und rechts an die Kante und dazwischen kann die Luft zirkulieren.Wichtig ist dabei vorher die Kiste mal umzudrehen und zu schauen wo die Lüftungsschlitze genau liegen, diese müssen frei bleiben!
Step 2:
Warum muss er soviel arbeiten? Der Lüfter ist dazu da, die technischen Elemente, die bei der Benutzung Energie verbrauchen zu kühlen. Es wird also etwas heiß, das besser gekühlt gehört. Das heißt: Die Schreibtischlampe und andere Geräte in der Nähe, die auch Wärme erzeugen, sollten weggeräumt werden. Surfen am Balkon ist schön und gut aber: nicht in der prallen Sonne bitte und falls es draußen mehr als 25 Grad hat, besser drinnen bleiben.
Step 3:
Warum werden denn die technischen Elemente so heiß? Die einfache Antwort ist: Der Lüfter taugt nix mehr – aber die Sachen (das sind im wesentlichen: der Prozessor und die Graphikkarte) sind mit deinen Anwendungen beschäftigt. Anwendungen sind nicht nur die angezeigten in der Taskleiste, sondern auch einige Hintergrunddienste, die sich drum kümmern dass dein Rechner richtig funktioniert. In diesen Hintergrundprogrammen kann ne ganze Menge Kram drinsein, denn viele Programme dürfen sich in den Hintergrunddiensten kleine Ableger reinbauen, die dann zum Beispiel automatisch überprüfen ob es Updates für deine Software gibt. Diese ganzen Dinge mindern die Leitungs und Geschwindigkeit deines Rechners – also regelmäßig kucken, ob man alle Programme wirklich noch braucht. Es gibt gute Programme um zu überprüfen was alles läuft und ob’s das braucht. Ich selber benutz die TuneUp Utilities
Step 4:
Wie schnell ein Prozessor arbeitet nennt man grob gesagt die Taktfrequenz. (es hängen aber noch viel mehr Sachen dran, wenn dein Computer zu langsam ist!) Diese Taktfrequenz kann man manuell einstellen. Man könnt also sagen: Mach schneller – in der Folge würde aber bei noch mehr arbeit der Lüfter auch noch mehr zu tun haben. Die Kiste würde auch noch heißer werden. Besser andersrum: Würde man dem Prozessor sagen: mach langsamer, könnte auch der Lüfter etwas durchschnaufen. Um die Frequenz zu ändern, müsssen wir das Herz des Rechners öffnen – keine Sorge, dazu braucht man keinen Schraubenzieher. das BIOS ist der Teil des Rechners, der als erstes nach dem Einschalten gestartet wird. Ich rate aber unerfahrenen Nutzern dazu ab, daran rumzufummeln – es lohnt sich vorher einen Blick auf die Schnellwahltasten des Laptops zu werfen. Denn oft (bei mir auch) gibt es eine Taste mit einem kleinen Ventilator drauf. Lustigerweise wird damit nicht der Lüfter gesteuert – sondern der Prozessor. Es gibt nämlich eine Möglichkeit dem Prozessor zu sagen: hey, arbeite einfach nur die Hälfte! In ihrem Takt ist es nämlich möglich einzelne Takte auch wegzulassen. Man nennt das Throttling.
Step 5:
Der Lüfter ist ein Teil, das immer läuft, sobald der Laptop läuft. Und mit den Monaten hat er ganz schön viel Luft umgewälzt. Dabei hat sich n Haufen Grind an ihm abgesetzt, vor allem viel Staub. Das macht ihn langsamer als einen neuen Lüfter. Was muss also passieren? Er muss geputzt werden. So’n Lüfter ist aber ein kleines Bauteil im inneren des Laptops. Einfach so kann man ihn nicht öffnen. Falls du dich zum Öffnen entschließt: Erst die Rechnung suchen und schauen, ob noch ein Garantieanspruch besteht! Beim Öffnen des Laptops erlischt diese Garantie nämlich. Eine Reinung von aussen kann auch schon ein bisschen Abhilfe schaffen: Schalte das Notbook aus (auch den Netzstecker ziehen) und lass es vollständig abkühlen. Danach umdrehen und mit Fön (bitte nur kalt!!!) und Staubsauger bewaffnet loslegen.
Step 6:
Jetzt steht der Arme ziemlich fixiert auf seinen Platz mit den Büchern drunter, wurde abgesaugt, Softwaremäßig abgespeckt und gethrottelt und dennoch: ihm is heiß und er lüftet so gut ers schafft. Zeit rauszufinden wie ernst die Sache wirklich ist. Es ist gibt Tools, mit denen man die Temperatur im Computer messen kann. Mein Prozessor (und seine beiden Herzkammern, die Cores) schwitzt nach dem Starten bereits bei 80° – das ist zu heiß. Der rote Bereich geht bei den meisten Prozessoren schon ab 60° an.
Last Step:
In meinem Fall gibt es noch Garantie – also heißt es: Einschicken… aber auch dazu gehört einiges beachtet Mädchen! Ganz wichtig: Eine Sicherung aller Daten auf dem Rechner. Es gibt verschiedenste Backuptools – wer gar nicht vertraut kopiert die Daten einfach. eMailordner kann man exportieren, genauso auch andere persönliche Einstellungen. Wer persönliche Kennwörter (denkt auch an die Passwortmanager!) und Dokumente auf dem Rechner hat, sollte diese sichern und danach entfernen, wenn der Rechner eingeschickt wird. Zu guter letzt noch die Systemkennwörter aufschreiben/ausstellen, sonst können die Techniker nicht arbeiten. Netzteil und Akku bleiben zu Hause.
Bei mir isses nun soweit – ich bin am backupen – und morgen holen sie ihn ab…. 6-8 Werktage werd ich alleine sein… aber danach wird eine Sofabenutzung wieder denkbar
und alle so: Relevanz!?
25. Oktober 2009, 14:29 von Triz
Angeblich ist die Netzsphäre derzeit nur mit einer drei Fragen beschäftigt: was ist relevant und was nicht? und: wie relevant ist real-time-internet?
Um diese Diskussion „Aussenstehenden“ (damit meine ich jetzt nicht offliner, aber nicht jede/r schwimmt auf der Wave ganz oben…) näher zu bringen, sollten wir uns mit ein paar grundlegenden Gedanken dazu auseinander setzen:
1) Was heißt Relevant?
Wir bezeichen etwas als relevant, wenn es von Bedeutung für uns, für unsere Sache oder für andere ist. Bedeutung entsteht jedoch auch immernur im Kontext – also wenn Umwelt und Situation zur Information passen. Einzelne Informationen können im einen Kontext relevant sein und im anderen total unwichtig.
Im Cyberspace hängen ja unzählige (Falsch-)Informationen, diese haben für ihre/n Leser/in unterschiedlichste Relevanz. Jedem ist ja grundsätzlich selbst überlassen, welche Websites er/sie besucht und welche Themen ihn/sie besonders interessieren. Aber:
2) Wo kommt die Relevanzdiskussion her?
Die, die schon was von der Diskussion gehört haben, rufen jetzt im Chor „Wikipedia“, der Mutter aller web2.0 Anwendungen. Dort wird bisweilen immer wieder die Frage gestellt, ob ein Artikel genug Relevanz hat, um weiter das Prädikat Wikipedia zu tragen und fortzubestehen. Ich hätte gerne eine Prozentzahl zu gelöschten Artikeln im letzten Jahr mit Ausdifferenzierung der Löschgründe – denn diese Diskussion wird fast ausschließlich auf emotionaler Basis geführt, wo sie aber meines Erachtens gar nicht hingehört. Zahlen könnten möglichweise (wie so oft) Klarheit über den tatsächlichen Umstand bringen.
Wer entscheidet bei der Wikipedia ob ein Artikel relevant genug ist? Bleiben wir dem web2.0 Gedanken treu, so muss es die Grundgesamtheit der Nutzer/innen entscheiden. Allerdings wissen wir ja auch um die Beteiligungsstrukturen und um Zentrum-und-Peripherie-Modelle, die anhand der Wikipedia erst wissenschaftlich erforscht wurden. Es entscheidet das Zentrum, also eher eine elitäre Minderheit, welche Inhalte für die Masse von Relevanz wären.
3) Und worüber wird nun eigentlich diskutiert?
Ich glaube vielmehr, dass es in „dieser“ Diskussion um mehrere Aspekte zugleich geht, weswegen sich die Diskussion bisweilen mühsig im Kreis dreht. Diese klassifizieren sich für mich in folgenden Kategorien:
a) Qualität ist messbar, Relevanz lässt sich jedoch nur schwer messbar machen. Ist ein Webartikel relevant aufgrund der Anzahl der Seitenaufrufe? Nein, sicher nicht. Ist ein Webinhalt qualitativ hochwertig, aufgrund seiner Seitenaufrufe, nein sicher auch nicht. Aber: Ein Inhalt kann für mich subjektiv von relevanz sein – seine Qualität unterliegt jedoch weniger den Kriterien von Subjektivität. Die Qualitätsdiskussion über Information mischt sich hier mit der Frage „Ist das Internet Fluch oder Segen der Informationsgesellschaft?“. Die Auseinandersetzung auf der Microebene „Welche Bedeutung hat das Internet für mich persönlich?“ wird im großen Stil auf Makroebene verschoben: „Ist das Internet das Ende des Journalismus? das Ende der „alten“ Medien?“
b) Relevanz ist das entscheidende Stichwort im Hinblick auf die Prognose des web3.0 – Semantic Web – die Semantik oder auch Bedeutungslehre soll unser Surfverhalten revolutionieren. Computer werden wissen, was wir wichtig finden, oder sollen das zumindest eines Tages. Ich denke nicht, dass die Schwelle zum web3.0 erreicht ist, ich glaube vielmehr, dass diese Diskussion ein „Schwangerschaftsanzeichen“ ist. Zusätzlich gehe ich nicht von „tada, heute ist web3.0″ aus, es ist ein Entwicklungsprozess und er hat bereits begonnen.
c) Relevanz und Elitetum sind heimliche Freunde. So lehrt uns das schon Google: In Google sind die Ergebnisse relevant, die weit oben stehen. Es gibt Untersuchungen darüber, dass es tatsächlich einen ganzen Haufen Menschen gibt, die die Googleplatzierung einer Website mit ihrer Glaubwürdigkeit korrelieren. Dass es im Pagerankmechanismus auch „Bestechung“ im Sinne von gekauften Platzierungen gibt, ist den meisten Internetnutzer/innen völlig fremd. Beziehen wir nochmal die aus mangelnder Relevanz gelöschten Wikiartikel in unsere Überlegungen mit ein, so entscheidet die elitäre Minderheit der Heavy-Active-Users über Wohl und Weh des kleinen Artikelschreibers. In diesem Elitetum liegt eine weitere wichtige Frage begraben: „Wie demokratisch kann ein Web sein, in dem zwar alle Menschen vernetzt sind, aber doch nur die Stimme der sog. Aktivisten zählt?“ – und hier beißt sich der Hund in den Schwanz: Wer im Web zu den Aktivisten zählt, wer viele Follower auf sich vereint, wer viel zu sagen hat, wird wahrgenommen und hat damit Relevanz.
d) Die Angst der Blogosphäre im digitalen Rauschen unterzugehen. Wozu schreiben, wenn es niemand liest? Ohne Aufmerksamkeit bin ich definitiv irrelevant. Dass Blogs grundsätzlich einen schmalen Markt des Special Interest abdecken, wird dabei oft vergessen. Hier beziehe ich nun eine reflexive, persönliche Komponente mitein (die Relevanz dieses Arguments darf jede/r Leser/in selbst beurteilen). Meine Leserzahlen waren schonmal besser, Kommentiert wird in meinem Blog nach wie vor so gut wie nicht. Vielleicht schreibe ich nicht genug zu den Dingen, die für den/die Blogleser/in relevant sind. Auch hier ein Teufelskreis, also sollte ich heute mal etwas von Bedeutung schreiben. Dass dies teilweise meinen Nutzungsmotiven und Handlungsmaximen widerspricht, ist in diesem Fall dann wohl irrelevant.
e) to be announced – ich bin sicher, es werden sich weitere Facetten dieser Diskussion ausführen, so dass hier weitere Kategorien hinzukommen werden.
4) Und warum diskutieren die/wir das jetzt?
Die Relevanzdiskussion ist nicht neu – sie flammt gerade neu auf. Frischen Zunder gibt es aus dem Basislager der Wikipedia, aber auch die Testphase von Google Wave und die Indizierung von Twitter in Google und Bing trägt einen Teil zur Diskussion mit der Fragestellung „the time is now – wie werden wir aktueller als aktuell?“ bei. Auch hier, denke ich, zeigen sich die ersten Effekte eines herrannahenden 3.0’s – auch wenn Relevanz in diesem speziellen Fall mit Aktualität vermischt wird. Das Internet ist schon immer „Echt-Zeit“ – es werden nur gerade einige Instrumente entwickelt, die diesem Umstand einen kräftigen Schub verpassen werden.
Die digitale Spaltung der Informierten und Uninformtieren wird sich nicht wegdiskutieren lassen. Ich bin jedoch davon überzeugt, dass der Anteil der Eliten am World-Wide den Fokus der Aufmerksamkeit verdient (auch wenn ich es schlimm finden kann, dass einzelne Wikiartikel in den digitalen Reißwolf wandern, für mich gibt es RELEVANTERES!). Eben diese Frage wird auch in einem heißdiskutierten Artikel in der Zeit der letzten Woche gestellt. Die Botschaft dieses Artikels wird unterschwellig in seiner Sprache deutlich: Gehörst du nicht zur Bildungselite, so hast du weder in reallive noch im web viel zu melden.
Mit der technischen Entwicklung Schritt zu halten und alle Trends und Tricks zu kennen, wird nur denjenigen möglich sein, die die Chancen des Internets in vollem Umfang nutzen können. Gerade erst haben wir angefangen 2.0 zu feiern und allen einen Facebookaccount zu verpassen. WYSIWYG ermöglicht dem Programmierunkundigen seine Website zu bauen – doch die Elite ist schon einen Schritt weiter und sticht mit SEO und Net(in)neutrality am kleinen Nutzer vorbei.
Liebe Elite, warum ist es euch so wichtig die kleinen hinter euch zu lassen? Warum ist es so wichtig alleinig relevant zu sein?
Ich wünsche mir eine Pluralität der Angebote, eine Pluralität der Nutzer und wünsche mir auch selbst entscheiden zu dürfen, was relevant ist und was nicht.
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